Rachel Thorn - Auszubildende im Beruf der Kfz-Mechatronikerin 



Stell‘ dich doch mal kurz vor.

Hi, mein Name ist Rachel Thorn, ich bin 20 Jahre alt und befinde mich im letzten Ausbildungsjahr. Ich bin somit fast fertig und habe auch schon meinen Arbeitsvertrag für das Volkswagenzentrum Duisburg als Kfz-Mechatronikerin. Ich bin in Duisburg geboren und wohne auch hier.
Meine Familie hat einen Bauernhof in Lintorf bei Ratingen, daher sehe ich mich eher als 100%iges Landkind.

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?

Ich habe mich für den Beruf der Kfz-Mechatronikerin entschieden, da ich bereits seit klein auf durch meinen Vater und Großvater mit dem Thema Handwerk und Arbeit auf dem Hof groß geworden bin. Man kann sagen, es liegt mir in den Genen. Ich wollte immer einen Beruf, der handwerkliche Abwechslung und etwas fürs Köpfchen bietet.

Warum hast du dich für Tiemeyer als Arbeitgeber entschieden?

Vorerst habe ich viele Bewerbungen in Duisburg und den Umkreis versendet, jedoch kamen fast alle zurück mit dubiosen Begründungen, wie z.B. „wir bilden keine Frauen aus“, „wir haben keine Umkleide oder sanitäre Einrichtungen für Frauen“, oder einfach keine Antwort. Bei Tiemeyer war das anders, hier gab es eine Einladung und die Chance, welche ich ergriffen habe und bis heute nicht bereue.

Was sind deine Aufgaben?

Meine Tätigkeiten sind Wartungen, Instandhaltungen sowie Reifenwechsel und Inspektionen. Darüber hinaus müssen wir die Vorgaben der Hersteller beachten: Softwareupdates, Rückrufaktionen, Wartungslisten abarbeiten. Ich bin das „Mädchen für alles“ (lacht laut).

Wie ist die Frauenrate in deiner Berufsschulklasse und deiner Abteilung?

In der Berufsschulklasse bin ich allein und im Betrieb sind wir 2 Frauen. Die Berufsschule ist sehr angenehm, hier gibt es guten Kontakt zu den anderen Schülern und Lehrern. Respekt und Achtung stehen hier nicht nur als leere Worthülsen.



War VW ausschlaggebend für deine Berufswahl?

Am Anfang habe ich gar nicht so darauf geachtet, der VW-Virus kam etwas später, dafür umso heftiger. Meine Lieblingsfahrzeuge sind der Phaeton, Tiguan und der Golf. Super Verarbeitung und Top-Qualität.

Was gefällt dir an deinem Job am besten?

Das Ergebnis sollte die Arbeit wert sein. Für mich ist es am schönsten, wenn das Auto wiederhergestellt ist und der Kunde lächelt. Ich sehe was ich geleistet und geschaffen habe.

Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Tatsächlich findet man hier ein Klischee: Ankommen und erst einmal einen Kaffee trinken. Kurze Gespräche und die Arbeitseinteilung. Man erstellt sich seinen eigenen neuen Fahrplan oder arbeitet noch alte Aufträge vom Vortag ab. Als Ansprechpartner habe ich jetzt schon die Meister und nicht mehr die Gesellen. Das war im ersten Lehrjahr natürlich noch anders, hier hatte man unter Beobachtung und Begleitung eines Gesellen zugesehen, gelernt und sehr wenig selbst durchführen dürfen. Dies wurde von Lehrjahr zu Lehrjahr besser, Eigeninitiative war nun gefragt.

Was machst du nach deiner Ausbildung?

Ich möchte im Kfz-Bereich bleiben, gern mit den Schwerpunkten Elektro, Gas und Hochvolt. Hier benötige ich auch noch Seminare und Fortbildungen, da es in der Ausbildung nur angeschnitten wurde. Hier bin ich eher konservativ und bodenständig, mein Fahrplan steht für die nächsten 4-7 Jahre. Berufserfahrung sammeln, Meisterin und/oder Servicetechnikerin werden.

Was ist dein Ausbildungsschwerpunkt?

Ich mag Innenraumarbeiten, Fehlersuche am Fahrzeug, Elektro- und Gasarbeiten, Hochvolt.



Glaubst du, dass du beruflich die richtige Wahl getroffen hast? Bist du zufrieden?

Ich bin absolut zufrieden und ich mache den Job unheimlich gerne. Ab und ab ärgere ich mich über Mitarbeiter, welche sich nicht an bestehende Prozesse halten.

Warum hast du deiner Meinung nach wenig Kolleginnen?

Ich denke es gibt immer noch sehr viele Vorurteile seitens der Gesellschaft, aber einige Damen benehmen sich tatsächlich auch so, wie es viele von ihnen denken. Leider sehr schade. Ich wünsche mir schon ein paar taffe Kolleginnen, aber keine Zicken.

Gehen deine männlichen Kollegen anders mit dir um als miteinander?

Das erste Gespräch mit dem damaligen Betriebsleiter stand schon unter einem schlechten Stern, da zuvor eine Auszubildende leider genau die Vorurteile der männlichen Belegschaft in der Werkstatt bedient hat. Aber durch meine Charakterstärke und mein Durchsetzungsvermögen habe ich denen schon gezeigt, wo es langgeht.

Was kann man machen, damit sich mehr Mädchen/Frauen für deine Ausbildung/deinen Beruf interessieren?

Wer kein Interesse für den Beruf mitbringt ist hier falsch. Aber Charakterstärke und handwerkliches Geschick sollten nicht fehlen. Am wichtigsten finde ich den Spaß bei der Arbeit und „Bock auf Schmutz und Anstrengung“.

​​​​​​Würdest du dir mehr Kolleginnen wünschen oder findest du es so wie es ist besser?

Kommt darauf an, man muss sich verstehen und riechen können.

​​​​​​​Was nervt dich manchmal an deinen männlichen Kollegen?

Leider lassen viele „den Mann raushängen“. Wollen sich immer beweisen und meinen, dass sie alles besser können. Vor allem untereinander gibt es dann oft Geschichtenerzähler, wo ich immer nur mit dem Kopf schütteln kann.

​​​​​​​Welchen Rat würdest du einem Mädchen vor ihrem ersten Tag in dieser Ausbildung geben?

Lass dich nicht unterkriegen und du muss dich ein wenig anpassen und ins Team finden. Passt du nicht ins Team wird es echt schwer.
 

Hat Rachel Sie überzeugt? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!

​​​​​​​